Jüdisches Leben in Wien: gestern und heute

veröffentlicht am 15. Oktober 2018

Im Rahmen einer zweitägigen Exkursion aus den Fächern Religion und Deutsch (Begleitlehrerinnen I. Pointner und B. Vierlinger) machte sich die 5A-Klasse auf, die Spuren einer Minderheitskultur in der Bundeshauptstadt zu ergründen. Der Tag begann mit einer unkonventionellen Führung im Jüdischen Museum, die interessante Einblicke in das gesellschaftliche Leben und Wirken jüdischer Salonnières vom 18.-20. Jahrhundert gab. Geschickt verwob Hannah Landsmann, die die Ausstellung für uns erlebbar machte, die Geschichte bekannter Persönlichkeiten wie Siegmund Freud, Hannah Arendt, Elvis Presley und Marilyn Monroe mit den von ihren jüdischen Gastgeberinnen geprägten Kommunikationsräumen – „Orten der Emanzipation“, wie es im Ausstellungsfolder heißt-.

Derart in das gesellschaftliche Leben in den Salons eingetaucht, erkundeten die Schüler/innen im Anschluss in Kleingruppen unterschiedliche Wiener (Traditions-) Kaffeehäuser, beschäftigten sich dort mit Figuren aus Stefan Zweigs „Welt von gestern“ und versuchten sich im kreativen Schreiben.  Einen Einblick in die jüdische Kultur des Humors gab am Abend des ersten Tages die Kabarett-Revue „Alles war gut“ der ältesten Wiener Kleinkunstbühne Simpl.

Wie es einer religiösen Minderheit, die nach dem Holocaust beinahe völlig ausgelöscht bzw. ins Exil gezwungen wurde, gelingen kann, ihre Wurzeln in Wien wieder zu schlagen und zu bewahren, erlebten die Schüler/innen am zweiten Tag im Rahmen des Besuchs im Kindergarten des jüdischen Bildungscampus Zwi Perez Chavez. Als einer von vier jüdischen Kindergärten der Stadt widmet sich der in der Simon-Wiesenthal-Gasse 3 gelegene achtgruppige Kindergarten der Aufgabe, jüdische Traditionen und Rituale zu begehen und damit zu bewahren, zugleich aber durch modernste pädagogische Konzepte den ausschließlich jüdischen Kindern ein in die österreichische Mehrheitskultur integriertes Leben zu ermöglichen. Zeugen der praktischen Umsetzung dieser Aufgabe wurden wir sowohl durch Hospitationen in den Kindergartengruppen wie auch durch die Erklärungen des Leitungsteams Petra Kuba (pädagogische Leitung) und Tali Bauer (jüdische Leitung), denen auch an dieser Stelle für ihre Willkommenskultur im besten Sinne gedankt sei.

Barbara Vierlinger

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