Steckbrief

veröffentlicht am 1. April 2019

teatro der BAfEP Salzburg – Schwarzstraße 35
Gründungsjahr: 1985
aktuell: 33 Mitglieder

Das Ensemble teatro umfasst DSP-Mitglieder (DSP = Darstellendes Spiel / unverbindliche Übung, gegründet und geleitet von Prof. Mag. Christine Schlechter) von der 1.-5. Klasse und auch ehemalige SchülerInnen der BAfEP ( = Bildungsanstalt für Elementarpädagogik in Salzburg) sowie StudentInnen des Kollegs.

Besonders spielfreudige und am Theater interessierte SchülerInnen investieren viel Freizeit, Energie und Engagement, um im feststehenden Ensemble bei verschiedenen Theaterprojekten mitzuwirken. Die jungen Leute erproben im Spiel den sensiblen Umgang miteinander in der Gruppe und erleben und erfahren Grundwerte des sozialen Zusammenwirkens. Die daraus gewonnene Sicherheit im Auftreten, der über das Spielerische gewonnene professionelle Umgang mit Stimme und Text, das Abbauen von Ängsten und die Förderung von Kreativität und Spontanität, Ausdauer und Disziplin, Reaktion und Zusammenspiel sind Schlüsselkompetenzen, welche die jungen Leute in ihrem Umfeld und im späteren Beruf einbringen können. Die jugendlichen Schauspieler sind bereit, ein konsequentes, zielorientiertes Programm zu absolvieren. Das hilft ihnen, ihre Stärken und Schwächen auszuloten und zu lernen, sich selbst einzuschätzen, auch im Hinblick auf Schule, Arbeit mit Kindern und eigene Lebensgestaltung.

Durch Spiel wird viel Schweres ins Licht gehoben und dadurch verwandelt. Wer diese Erfahrung einmal gemacht hat, erlebt die Welt und sich selbst in ihr mit anderen Augen.

Gerade im Projekt „GOETHE – FAUST“ wird großer THEATER-STOFF von Jugendlichen zu blühendem Leben erweckt. Dreimal hat sich Regisseurin Christine Schlechter (geb. 1956) mit ihrer Gruppe an diesen großen Text der Weltliteratur gewagt: FAUST I (2002, 4 Stunden. 11 Aufführungen in Salzburg, Wels, Vöcklabruck), DER GANZE FAUST: Urfaust, Faust I und II (2017, 4 Stunden. 4 Aufführungen in Salzburg), FAUST III (2018, der ganze Faust in 77,7 Minuten in / für Salzburg und Berlin). Dieses nachhaltige Ereignis hat gezeigt, dass Theaterspielen mit Jugendlichen Spuren legt und hinterlässt, jenseits der Beliebigkeit des Mainstreams.
In der Auseinandersetzung mit einem Hauptstück der Weltliteratur gilt es, eine Welt auf der Bühne zu erschaffen, welche die Kraft in sich trägt, einen Menschheitsmythos neu zu denken.

Beim „WELTUNTERGANG“ von Jura Soyfer entstand diese neue Welt in der gespielten Zeit auf der Bühne. – Es ist nur ein Atemholen, wenn der Komet Konrad gesteht, warum er die Erde „verschont“ hat. – Insgesamt wurde „Der Weltuntergang“ von Jura Soyfer 11 mal gespielt: eine interne Schulaufführung am 1. 2. 2008, sechs Aufführungen im April und Oktober 2009 in Salzburg, Innsbruck und Wels, eine öffentliche Aufführung im Rahmen der Salzburger Theaterwoche am 13. November 2009, eine Festival-Aufführung in Baden/Wien (2010) und 2 Aufführungen im Literaturhaus, als Beitrag zur Initiative „FREIES WORT“ im April 2013 (75 Jahre nach der Salzburger Nazi-Bücherverbrennung am 30. April).
Um ein Theaterstück mit einer Schultheater-Gruppe über einen langen Zeitraum zu spielen, bedarf es eines langen Atems, gilt es ja, die Spannung zu halten und die Bilder, Rollen und den Text lebendig zu gestalten. Die Um- und Nachbesetzungen der Wiederaufnahme ergeben sich aufgrund verschiedener Lebensumstände der jungen SchauspielerInnen, schenken
dem Stück eine besondere Nuance, verleihen ihm eine neue Tiefe und Präsenz in der jeweiligen Überarbeitung.

Christine Schlechter, die 2014 im Rahmen der Aktion „Kulturvermittlung an Schulen“ mit dem SONDERPREIS DES LANDES SALZBURG für LANGJÄHRIGE THEATERARBEIT für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, kann sich über eine lange Liste von REGIE-ARBEITEN freuen.

Eine kleine Auswahl:
„Wieviel Erde braucht der Mensch?“ (nach Leo Tolstoi, 1985), „Die roten Schuhe“ (nach H. C. Andersen, 1985), „Der kleine Prinz auf Weihnachtssuche“ – Neufassung des Exupéry – Textes,
„Passion – gestern – heute?“, „Kaspar Hauser“ (nach Peter Handke,1986), „Antigone“ (Jean Anouilh), „Dornröschen“ (nach Günther Eich), „Die Schneekönigin“ (H. C. Andersen), „Der Verschwender“ (Ferdinand Raimund), „Das Meer und die Schuhe“ (Ch.S.), „Das Narrenschiff – ein Stück zum sogenannten Bedenkjahr 1988“ (Ch.S., Aufführungen in Salzburg, Hall in Tirol und Wien), „Yvonne“ (nach Witold Gombrowicz, Aufführungen in Salzburg, Maishofen und Feldkirch), „Eingesperrt“ (1990), „Andorra“ (Max Frisch, insgesamt 9 Aufführungen in Salzburg, Bischofshofen, Wels, Vöcklabruck, Wien), „Aisha“ (nach Federica de Cesco), „Das Gauklermärchen“ (Michael Ende, Aufführungen in Salzburg und Telfs in Tirol), „Salzburg – Salzuhr Europas“ – das Mysterienspiel im April 1998 in der Kollegienkirche in Salzburg zum Jubiläumsjahr „1200 Jahre Erzbistum Salzburg“ (Ch.S.), „Isola Magica und der Barometermacher auf der Zauberinsel“ (Ch. S. und Ferdinand Raimund), „Coloured Gold – A Play for Europe“ (Ch.S.), das am 27. März 2000 in Mechelen / Belgien uraufgeführt und beim CA-Grand-Prix Creative 2000 mit dem Preis für die BESTE INTERNATIONALE ARBEIT ausgezeichnet wurde. „Geh den gewöhnlichen Weg“ – ein Spiel anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Franziskanerinnen in Vöcklabruck am 5. 9. 2000 (Ch.S.), „Der Besuch der alten Dame“ (Friedrich Dürrenmatt), „Dornwittchenputtel“, „Ein Sommernachtstraum“ (William Shakespeare), „Rosenwald“ (2008), „Der Weltuntergang“ (Jura Soyfer, 2008/9/10/13), „Apfellund“ (Ch. S., 2014), „Beat’s Beauty“ – nach dem altfranzösischen Märchen „Die Schöne und das Biest“ (Ch.S., 2015, 2016), „FAUST“ (2002, 2017, 2018) …

„Durchgrüble nicht das einzigste Geschick! – Dasein ist Pflicht, und wär’s ein Augenblick“ (Faust II).

Alle teatros werden diesen Satz niemals vergessen.

Und heuer —- im Mai 2019 — wird zum ersten Mal ein Nestroy gespielt:
L U M P A Z I V A G A B U N D U S verspricht in dieser teatro-Inszenierung eine besondere Version des österreichischen Klassikers: jung, ideenreich, traditionell, modern.
2 Handwerkergruppen ergänzen, parodieren, spiegeln sich und überzeugen mit ihrer Spielfreude und sprachlichen Virtuosität. Die vielen anderen Rollen machen das Stück zu einem Feuerwerk des BühnenSPIELs.

Liebe teatros, es ist / war/ schön, mit euch Theater zu spielen.

Christine Schlechter

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